Time for prints (TFP) – Das Erstgespräch mit dem Model

Im letzten Artikel haben wir gelernt, was TFP Shootings sind, und was wir an Vorbereitung treffen müssen, um eine gute Ausgangsbasis zu haben, Heute beschäftigen wir uns ein wenig mit dem Erstgespräch mit einem Model.

Haben wir also ein Model gefunden, was uns für unser Portfolio interessiert, dann “stalke” ich dessen Bilder unter folgenden Aspekten:

  • Welches sind die liebsten Themen, welche das Model gerne shootet?
  • Was würde zu diesem Model thematisch passen? Was kann ich mir hier als Shootingthema vorstellen, was das Model noch nicht im Portfolio hat.
  • Gibt es mir bekannte Fotografen, mit denen das Model schon gearbeitet hat und wo ich vielleicht Hintergrundinformationen bekommen kann?

Sollte ich ein Thema gefunden haben, was ich mit dem Model umsetzen mag, dann sollte ich mir noch Gedanken zur Location (Outdoor, Studio, Homeshoot etc. machen), zu einem möglichen Termin, und den potentiellen Outfits machen, die ich mir hierbei vorstelle.

Meistens beginnt ein Gespräch mit “Hi. Ich finde dein Portfolio sehr interessant. Hättest du vielleicht Interesse daran, mit mir das Thema xyz umzusetzen?”. Der Rest läuft dann eigentlich von selbst. Gerade in der Anfangsphase sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn man ein paar Absagen kassiert. So war es auch bei mir.

Themen die ich für ein Erstshooting ausspare: Akt- oder Dessousshooting. Diese Shootingformen haben für mich etwas mit vertrauen zu tun. Und dieses Vertrauen muss man sich aus meiner Sicht erst verdienen. Allerdings bin ich auch für völlige Transparenz im Erstgespräch. Ich zeige also auf, was meine Themen sind, und bis wohin ich shoote. Konkret heißt dies, das ich bis Akt shoote, das aber eher der Ausnahmefall ist, da ich lieber mit der Phantasie der Betrachters bei einem verdeckten, also angedeutetem Aktbild spiele. Da weiß dann das Model auch, wo sie direkt beim Fotografen dran ist. Die Transparenz kommt gut an.

TFP Vertrag und Begleitperson bei weiblichen Modellen

Gerade bei neuen Modellen biete ich immer einen TFP Vertrag an. Rechtlich sicher ist man auf der Seite, wenn man bei jedem Shoot einen TFP Vertrag abschließt. Neuen Modellen biete ich das auch immer direkt an – unseriöse Fotografen eher nicht.

Allerdings ist es aber auch so, dass das Thema bei mir und meinen Stammmodellen nach einigen Shootings wegfällt. Man kann immer miteinander reden und es ist ein wenig lästig. Jedoch wurde hier meist ein Vertrauensverhältnis geschaffen, so dass dieses Thema in den Hintergrund tritt. Aus rechtlicher Sicht ist man aber auf der sicheren Seite, wenn man bei jedem Shooting einen TFP Vertrag macht. Mehr zu diesem Thema aber in einem weiteren Post.

Begleitpersonen sind unter den Fotografen in polarisierendes Thema. Ich für meinen Teil finde es vernünftig, wenn eine Dame, gerade beim ersten Shoot, eine Begleitperson dabei hat. Das muss nicht der Freund sein, eine gute Freundin reicht hier meist schon aus. Aber bei dem, was dort draußen alles herumläuft und sich “Fotograf” nennt… Sagen wir, es sind schon genug Sachen passiert – eine Begleitperson ist für mich kein Problem. Ich binde diese immer ins Shooting mit ein. Entweder hält sie den Reflektor, oder darf mithelfen auf Posen oder Kleidung zu achten, damit diese gut liegt. Das ist bei mir immer sehr entspannt, so dass sich dann auch schon mal die Begleitperson vor die Kamera “verirrt”. 😉
Ich verstehe umgekehrt aber auch Fotografen die von Begleitpersonen, die dann der Freund oder Mann sind, im Arbeitsfluß gestört werden. Da gehen die Sichtweisen des Fotografen und der Begleitperson in er Gestaltung der Bilder manchmal auseinander und es wird unentspannt. Für mich ist dies aber kein Problem.

Und nach dem Erstgespräch?

Mit dem Gespräch ist für mich die Vorbereitung für ein Shooting noch lange nicht abgeschlossen. Was ich da noch weiter vorbereite und wie ich das Modell hierbei involviere, erkläre ich im nächsten Artikel.

2 Kommentare

  • Bin ich im groben bei dir…
    Rechtlich sicher bist du auch mit einem TfP-Vertrag nicht, jeder Anwalt würde sich schon drauf freuen, ihn in der Luft zu zerreißen. In aller Regel fehlen dort klare Aussage zur DSGVO und auch eine Regelung, was passiert, wenn eine Seite vom Vertrag abspringt. Es gibt ein Rechtssprechung, dass in einem solchen Fall das TfP Shooting in ein Pay Shooting gewandelt werden kann.
    Wenn ich TfP Verträge mache, haben die eine unbegrenzte Laufzeit. Hat man eine gewisse Stufe erreicht, verzichten die meisten auf den Zettel. Das Netzwerk der Models im Hintergrund ist gut, baust du Mist, bist du erledigt.
    Was ich allerdings jedem raten werde, der eine Vermischung von Pay- und TfP Shootings hat ist, macht für jedes einzelne (!) TfP Shooting einen gesonderten Vertrag, um beim Finanzamt später ggf. nachweisen zu können, was pay und was TfP war.

    Das Thema Begleitperson ist vielfach diskutiert und wird auch sehr unterschiedlich gehandhabt.
    Grundsätzlich sollte eine Begleitperson niemals ein Problem sein. Lehnt jemand das strikt ab, würde ich nicht mit dem Shooten.
    Persönlich halte ich nix davon, wenn der eigene Partner diese Person ist. Ich habe schon sehr oft erlebt, dass das Model dann vom Kopf her eher beim Partner ist als beim Shooting. Hier ist eine Freundin, eine Arbeitskollegin oder was auch immer die bessere Wahl – meine persönliche Erfahrung…
    Fakt ist, dass eine Begleitperson nie ein Problem darstellen sollte. Es kann u. U. sogar sehr hilfreich sein. Allerdings sollte man im Vorfeld klarstellen, dass diese Person den Ablauf eines Shootings nicht stören darf.

    • Ich sagte ja – beides heikle Themen, die nicht klar und sauber umrissen werden können.

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